"Ich zahle gern zurück"

Theater: Claus Peymann und Hermann Beil im "Falter"-Abschiedsgespräch: Gerechtigkeit für Handke, Prügel für Haider, Lob für Heller, Dresche für Holender und 13 Jahre, die Österreich verbessert haben.

Kultur | Wolfgang Kralicek und Armin Thurnher | aus FALTER 26/99 vom 30.06.1999

Eines hat man Claus Peymann nie absprechen können: calvinistisches Arbeitsethos. Der Mann arbeitet bis zur letzten Sekunde. Gerade noch hat er im Volksgarten Tierfiguren für das große Abschiedsfest arrangiert ("Da hätten Sie tolle Fotos machen können!") und aus einer Campingschüssel hastig einen Imbiß (Obstsalat) zu sich genommen, ehe er den Falter pünktlich auf die Sekunde zum Gespräch in sein Arbeitszimmer bittet. In der Ecke liegen übriggebliebene Devotionalien, die Peymann nicht mehr sehen will - nur ein schäbiges Stofftier ("Der Affe ist gut") darf bleiben. An der Wand stapeln sich Hunderte mit "80 wertvollen Unterschriften" veredelte Exemplare der zweibändigen Peymann-Chronik "Weltkomödie Österreich". ("Hier wird so viel geklaut, das ist der einzige versperrbare Raum.") Peymann nimmt an seinem Arbeitstisch Platz, Kodirektor Hermann Beil plaziert sich in geübter Distanz mitten im Raum. Jetzt muß nur noch das Kantinentablett, auf dem das Mineralwasser serviert wurde,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige