Das Leben im Teppichland

Film: Vielleicht konnte die Zensur gar nicht anders, als Mohsen Makhmalbafs farbenprächtige Fabel "Gabbeh" als Kritik am iranischen Regime mißzuverstehen.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 26/99 vom 30.06.1999

Am Ufer eines kleinen Bachs, inmitten karger Gebirgslandschaft, blicken ein alter Mann und eine alte Frau zurück auf ihr Leben. Das "Erinnerungsbild", das vor ihnen liegt, wird vom glasklaren Wasser des Bächleins umspielt, ist hineinverwoben in einen kostbaren alten Teppich. Das Motiv, das er zeigt - ein Mann und eine Frau auf einem weißen Pferd -, erzählt die Geschichte der zwei alten Leute. Eine Geschichte, die sich vor mehr als vierzig Jahren zugetragen hat.

Das Leben ist Farbe. Die Liebe ist Farbe. Der Mann ist Farbe. Die Frau ist Farbe. Das Kind ist Farbe. Die Liebe ist Schmerz ... Mohsen Makhmalbafs "Gabbeh" ist ein Film der elementaren Maximaldefinitionen. Ursprünglich als Dokumentation über den im Südosten des Iran lebenden Nomadenstamm der Ghasghai geplant, entwickelte sich der Film während der Dreharbeiten zu einer bildgewaltigen, poetischen Fabel über eine im Verschwinden begriffene Kultur. Die Narration ist der mündlichen Erzähltradition verpflichtet, das Gestern mit


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