Knödel, Zäune, Kreise

Kunst: In seinen Bildern frönt Walter Obholzer nicht der österreichischen Vorliebe für Ornamentik, sondern untersucht das anonyme soziale Muster, das sich hinter dem Ornament verbirgt.

Patricia Grzonka | Kultur | aus FALTER 26/99 vom 30.06.1999

Otaku ist eine japanische Bezeichnung für Menschen, die Information um ihrer selbst willen anhäufen; Ziel ist die Bildung eines Systems, das sich selbst genügt. Man könnte vermutlich sagen, daß alle Bilder von Walter Obholzer geschlossene Systeme bilden, auch wenn ihre Ränder offen sind. Denn Obholzer konzentriert seine Ideen so weit, bis die Bildinformation in sich kreist. In diesem Sinn versteht sich wohl eine neuere Serie seiner Malereien lediglich als Zuspitzung dieses Problems. Sie trägt den Titel "Otaku".

Man sieht farbige gerade Linien auf weißem Grund, die mit schmaleren grauen Linien schattiert sind. Die Linien bilden ein gezacktes abstraktes Muster, dessen Einzelteile aber gewisse Gesetzmäßigkeiten wie Verdoppelung, Spiegelung, Wiederholung aufweisen. Es ist die Darstellung einer Reflexion, eine Abbildung also im doppelten Sinne, die sowohl von einem Ding an sich handeln kann als auch vom davon ausgehenden reflexiven Prozeß. Walter Obholzers philosophischem Kunstkonzept

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