Sideorders: Eso-Essen

Stadtleben | aus FALTER 26/99 vom 30.06.1999

Was könnte man den Leuten nicht alles verkaufen. Nach Mondphasen geerntete Gurken und geschlachtete Hühner, ausgependelte Schnitzeln, unter Pyramiden gebrautes Bier, Riesenschwarzbrote mit Feng-Shui-Aufstrich, Bachblütenschnäpse. News würde es lieben. Doch nein, Wiens esoterische Szene bleibt unter sich, läßt das fressende Profan-Volk nicht an seinen Weisheiten teilhaben. Eine Umfrage unter Wiens Feng-Shui-Beratern ergab: In Kärnten müßte man sein. Die mühsame Suche nach Lokalen mit Eso-Appeal brachte folgende Ergebnisse: Weingut Christ, 21., Amtsstr. 12-14, Tel. 292 51 52.

Der junge Rainer Christ zählt zu den weinmäßigen Hoffnungen Wiens, und auch bezüglich Marketing hat er schon etwas mitbekommen: Dreimal bereits kelterte der Jungwinzer einen "Vollmondwein" (gelesen bei Vollmond, im sonstigen Vegetations- und Verarbeitungsverlauf aber nicht nach Mondphasenkalender konzipiert). Es handelt sich um einen kräftigen Weißburgunder, Christ erhofft sich durch die Vollmondlese eine bessere Lagerfähigkeit, der Verkauf lief gut.

Himmelreich, 2., Str.-d.-1.-Mai 74, Tel. 729 49 99, tägl. 17-24 Uhr.

Der ehemalige Heurigenstadl im Prater, von Kolarik (Schweizerhaus, Luftburg, Budweiser-Import) diesen Frühling übernommen und nach Feng-Shui-Prinzipien eingerichtet: Garten-Gestaltung mit "Mandala", Ofen nach Feng Shui gesetzt etc. Für Kinder gibt es eine eigene Speisekarte und eigene Klos.

Baumkreis-Salettl, 19., Am Himmel, nur am Wochenende.

Keltischer Baumkreis, Samstag ab 16 Uhr klassische Musik, Designer-Salettl zwei Gehminuten entfernt, in dem man Döblinger Schickis trifft, die aber eher weniger wegen dem keltischen Kult herkommen. Demnächst mehr.


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