Rinks oder Lechts

Kommentar: In der Diskussion um ein österreichisches Berufsheer steckt die Chance, das Image des Heeres bei der Linken zu aktualisieren.

Vorwort | Anton Pelinka | aus FALTER 27/99 vom 07.07.1999

Bis vor kurzem galt noch: Der österreichischen Linken fällt zum Bundesheer eigentlich nichts ein - außer negativen Parolen. Für die große Linke hieß dies, das eigentliche Ziel, die Abschaffung des Heeres, nicht aus dem Auge zu verlieren. Für die sozialdemokratische Linke genügten einige Reflexe. Zu diesen zählte die These, daß ein Heer nur als "Volksheer" und damit nur auf der Grundlage der allgemeinen Wehrpflicht mit der Demokratie kompatibel sei. Zur Begründung reichte die Erinnerung an die Kanonen des Berufsheeres der 1. Republik, die im Februar 1934 den Widerstand der für Republik und Verfassung kämpfenden Linken gebrochen hatten.

Dieser historische Reflex war verständlich. War doch die allgemeine Wehrpflicht eine der wichtigsten Errungenschaften der Französischen Revolution, mit der sie sich der Interventionsarmeen ihrer reaktionär-feudalen Gegner zu erwehren verstand. Und die Geschichte der politischen Einmischungen elitärer Offizierskorps in die Politik schien auch


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