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Kommentar: Die berechtigten Kämpfe gegen das "Folgerecht" lenken davon ab, daß die Wertschöpfungen des Kunstbetriebs der lebenden Künstlergeneration zugute kommen sollten.

Vorwort | Vitus H.Weh | aus FALTER 27/99 vom 07.07.1999

Letzte Woche gab es wieder einen dieser Momente wunderbarer Koinzidenz: Nur wenige Tage nachdem die europäische Harmonisierung des sogenannten Folgerechts wegen Widerstands der britischen Auktionshäuser auf unbestimmte Zeit vertagt wurde, versteigerte Sotheby's ein Gemälde von Edgar Degas für 370 Millionen Schilling. Da der Widerstand gegen das Folgerecht auch in Österreich heftig war, kann man jetzt darüber nachdenken, ob solch ein spekulativer Kunstverkauf nicht doch der ideale Einsatzort für das abgelehnte Folgerecht gewesen wäre.

370 Millionen Schilling: eine horrende Summe für ein kleines Bild, an dem sich alle - die Vorbesitzer, der Handel, der Staat - eine goldene Nase verdienen, nur eben der Künstler nicht! Das sogenannte Folgerecht ("droit de suite"), das variantenreich in elf von fünfzehn Staaten der EU (außer in Österreich, England, Irland, den Niederlanden) bereits seit Jahrzehnten praktiziert wird (in Frankreich seit 1920, in Deutschland seit 1965), wurde genau


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