Devil in a Blue Dress

Film: Nicht ohne Witz kombiniert Rainer Kaufmanns Neo-Film-noir "Long Hello & Short Goodbye" Amerikanismen mit deutschen TV-Darstellern.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 27/99 vom 07.07.1999

Der Film beginnt, in schönster Noir-Tradition, mit einer doppelten Kreisbewegung: Die Kamera kurvt durch ein Appartment, in dem ein halbes Dutzend scheinbar lebloser Körper liegt; Blut sickert langsam vor sich hin, dazwischen, in Großaufnahme, eine großkalibrige Pistole. Der Anfang ist schon das Ende: Die Geschichte, die vom einen zum andern führte, nahm vor drei Wochen ihren Lauf.

Sie sieht aus, wie sie heißt, sagt einer im Film einmal über Melody: Damit ist Nicolette Krebitz gemeint, die eine verdeckte Ermittlerin spielt und gewiß nicht zufällig auf den Namen einer mittlerweile eingestellten Zigarettenmarke hört. Kaum wird sie von ihrem Chef, dem zwielichtigen Kommissar Kahnitz, mit der Überwachung eines aus der Haft entlassenen Einbrechers beauftragt, hat die junge Polizistin nichts Eiligeres zu tun, als den Zigarettenanzünder aus dessen Wagen auszubauen - und also steckt Melody fortan, wie Bacall einst Bogart, dem zunächst mißtrauischen Ben (Marc Hosemann) die Kippen an.


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