"Österreich ist provinziell"

Europa: Erhard Busek wurde nicht EU-Koordinator für Südosteuropa. Mit dem "Falter" sprach er dennoch über sein Europa, das Jahr 1989, die Zukunft des Balkan, Österreichs Provinzialismus und darüber, warum man sich in der Politik einen Hund halten sollte.

Politik | Patrik Volf | aus FALTER 28/99 vom 14.07.1999

Die Berggasse am Alsergrund liegt nicht auf direktem Weg vom Flughafen in die Stadt. Staatskarossen mit Geleitschutz parken dort nur selten. Vergangenen Freitag verirrte sich dennoch ein kleiner Konvoi auf dem Weg ins Bundeskanzleramt dorthin. Bodo Hombach, frischgebackener EU-Koordinator für Südosteuropa, besuchte den Unterlegenen im Kampf um diesen Job: Erhard Busek, Ex-Vizekanzler und derzeit Leiter des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa. Ein Anstandsbesuch. Hombach wurde die Aufgabe übertragen, für die allgemein Busek als der qualifiziertere Kandidat galt. Rat hatte Busek dennoch für den Balkan-Neuling: Keine großen Institutionen aufbauen, Überblick im Chaos bewahren. Ansonsten: "Hands on. Bottom up." Enttäuschung über seine Niederlage ließ sich Busek keine anmerken. Und beneiden will der 58jährige seinen deutschen Kollegen keineswegs.

Falter: Es ist Usus in Österreich, Personen, die sich aus dem aktiven Politikerdasein zurückgezogen haben, für alle möglichen


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