Kleb wohl!

Österreich: Die Stempelmarke, das geheime Staatswappen Österreichs, soll abgeschafft werden. Ein letzter Blick ins Reich jener Menschen, die sie gedruckt, gesammelt, verkauft und verwaltet haben.

Flor Lenk | Politik | aus FALTER 28/99 vom 14.07.1999

Da haben Sie meine Achillessehne erwischt", seufzt Rudolf Tkalcsics und legt sein Vergrößerungsglas zur Seite: "Vielleicht 10.000, vielleicht mehr." Wenn Herr Tkalcsics, ein Mann mit quadratischen Brillen, über die Anzahl der verschiedenen Stempelmarken in Österreichs Geschichte nachdenkt, fehlen ihm plötzlich die Worte. Das erste Mal seit drei Stunden. Der pensionierte Bahnbeamte ist Herrscher über ein Reich von einer Million Stempelmarken. In einem seiner "Stempelmarkenräume", die er im Keller seines Häuschens im burgenländischen Bad Sauerbrunn eingerichtet hat, archiviert der Mann in Hunderten Kartons "amtliche Fiskalwertzeichen".

Wagen sich Neugierige in sein Revier, beginnt er zu dozieren. Über das "gelbe Blutlaugensalz", das findige Beamte den Marken beifügten, um sie fälschungssicher zu machen. Über die Todesstrafe, die Maria Theresia verhängte, wenn Spieler ihre Karten nicht mit Stempelmarken versteuerten. Über Zigarettenhüllenstempelmarken, Tabakersatzstempelmarken,

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