Kommentar: Kunstkuratoren: Ende der Autonomie?

Vitus H.Weh | Kultur | aus FALTER 28/99 vom 14.07.1999

Wolfgang Zinggl war besonders schnell: Obwohl seine und Lioba Reddekers Amtsperiode als Bundeskuratoren für Kunst noch bis September läuft, zog er sein Resümee bereits letzte Woche. Wobei überaus Überraschendes dabei zu hören war; weniger beim Tätigkeitsbericht - Zinggl förderte rund 80 Projekte - als bei der anschließenden Abrechnung mit dem Kuratorenjob: Er hätte demnächst einen Termin bei Bundeskanzler Klima und würde diesem wohl empfehlen, das bisherige Bundeskuratoren-Modell nicht weiterzuführen.

Zu sehr seien die Kuratoren mit den zahlreichen Förderanträgen der Künstler beschäftigt. Durch die 400 bis 500 Ansuchen, die er beantworten mußte, wäre kaum Zeit für Eigeninitiativen geblieben. Zinggl schwebt ein Intendantenprinzip vor: Das Ministerium solle sich überlegen, was es über zwei Jahre schwerpunktmäßig fördern will (sei dies nun identitätsstiftende Kunst, Tourismuskunst, sozialinterventionistische, politische oder Neue-Medien-Kunst), und für die entsprechende

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