"Lauter g'störte Haberer"

Fotografie: Didi Sattmann war Fotoreporter bei "Extrablatt" und Fotograf der Wiener Festwochen. Eine gemeinsam mit dem Bildhauer Norbert Maringer gestaltete Ausstellung setzt sich mit den Mühen des Mannseins auseinander.


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 28/99 vom 14.07.1999

Sohn Niki weint in den Armen der in die Diagonale gekippten Frau Uschi, während Medienmacher Wolfgang Fellner in der Badewanne sitzt und zumindest sein Gemächt ganz entspannt ist. "Ich bin ja sehr schnell im Erfassen von Situationen und im Abdrücken", erklärt Fotograf Didi Sattmann. Im Falle des erwähnten, in Sattmanns Band "Die Wiener Szene" abgedruckten Fotos, bestand die Geistesgegenwart vor allem darin, dem Porträtierten das Badedas aus der Hand zu reißen und zu erklären: "Das machen wir anders."

Fotografien reflektieren nicht nur das Spannungsverhältnis zwischen Bild und Wirklichkeit, sondern auch das zwischen der Person am Auslöser und der vor dem Objektiv. Im vorliegenden Falle: eine Sache zwischen Männern. "Es war vielleicht eine billige Retourkutsche", sinniert Sattmann, aber das von Fellner, damals noch Basta-Chef, gebetsmühlenartig vorgetragene Ansinnen, Sattmann möge doch Sportler unter der Dusche fotografieren, ging dem Fotografen mit der Zeit einigermaßen auf

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