Plakatives Nachdenken

Kunst: Anläßlich des Kosovo-Konflikts wurden auch Künstler um ihre Spenden gebeten. In der Ausstellung "Stop the violence!!!" werden nun ihre Anti-Kriegsplakate präsentiert.

Kultur | Vitus H.Weh | aus FALTER 28/99 vom 14.07.1999

Ein Krieg ist kein Kinofilm. Auch wenn nun auf Serbien keine Bomben mehr fallen und die geflüchteten Albaner in den Kosovo zurückkehren: Dieser Krieg läßt sich nicht so einfach abschütteln wie die Popcornkrümel nach einer Kinonacht. Die serbische Infrastruktur ist nachhaltig zerstört, vertrieben wird nun andersrum, und auch das Vertrauen in die Sinnhaftigkeit der Nato wurde dauerhaft erschüttert.

Es wäre deshalb fatal, das Nachdenken über die jüngsten Vorgänge nur der Caritas und den Generalstäben zu überlassen. Vielleicht ist jetzt sogar der viel bessere Zeitpunkt, sich eine Ausstellung wie "Stop the violence!!!" anzuschauen, als während der heißen Kriegsphase. Die Emotionen, die den darin gezeigten Plakaten anzumerken sind, werden nicht so schnell abklingen wie die Sirenen. Sie visualisieren heute schon diverse Langzeitwirkungen.

Die sehenswerte Schau in der Aula der Akademie der bildenden Künste ist ein Resultat der Initiative Äquidistanz. Eingeladen waren Künstler aus den jugoslawischen Kriegsgebieten sowie Künstler, die in Anbetracht der politischen Lage einen Beitrag in Form eines Plakates zu den Themen Gewalt, Krieg und Politik leisten wollten. 69 Künstler haben schließlich mitgemacht: Von Robert Adrian X und Branco Andric' bis Otto Zitko und Heimo Zobernig reicht die Liste; vier pointierte Statements seien hier stellvertretend vorgestellt.

Bis 29. August in der Aula der Akademie der bildenden Künste.


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