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Die nachfolgenden Textpassagen stammen aus vergangenen Predigtdiensten, fielen aber zum Erscheinungszeitpunkt der Schere zum Opfer.

Stadtleben | aus FALTER 28/99 vom 14.07.1999

Aus Falter 3/99 Schau, Pepi, sagt die Uhrenindustrie, was sollen wir tun, wenn ein frischer Tag beginnt, hat er eben null Stunden, null Minuten und null Sekunden verbraucht. Und davon berichten wir auf unseren Zifferblättern. Doch die Uhrenindustrie ist grobschlächtig: Indem ein Tag beginnt, hat er sich schon ein bißchen verbraucht: Wenn das letzte Millionstel der letzten 60. Sekunde eines 24. verstrichen ist, beginnt das 1. Millionstel der 1. Sekunde eines 25. grenzenlos. Da ist kein Platz für ein Kastl zwischen beiden. Insofern ist null Uhr in der Ideenwelt Null einer neuen Zeitrechnung für eine Gottheit als Geburtstermin kontemplativ wie metaphorisch wertvoll. Sind dort, wo unsere Nullen sind, die Schnittstellen zur Ewigkeit? Da Christus aber zugleich ganz Gott und ganz Mensch ist, unvermischt und unverwandelt, gibt er uns insoferne Rätsel auf, als er praktischer- wie liebenswürdigerweise im 1. Millionstel der 1. Sekunde der neuen Zeitrechnung mit dem Geborenwerden anhob. Oder noch anschaulicher gesagt: Mit dem Beginn der 1. Sekunde des 25. Dezember 1999 bräche Jesu Christi 2000. Lebensjahr an. Er stünde ab dann, wie gesagt wird, im 2000. Lebensjahr. Ich zum Beispiel würde am 25. Dezember 1999 irgendwo mittendrinnen in meinem 48. Lebensjahr stecken, wenn ich noch leben werde.


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