Früchtchen der Hitze

Seinesgleichen Geschieht: Ein renommierter Deutscher namens Michael Frank beschimpft Österreich. Er bleibe ungenannt!

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 29/99 vom 21.07.1999

Alles läuft rund in der Muthgasse. Die Auflage steigt, der Gewinn läßt sich nicht lumpen. Im Grauen Haus schmoren die Mohren, "wir Österreicher" stehen hinter der Frau Minister, der ihre Berater geraten haben, keine Klimtbilder an jüdische Erben auszufolgen, und Claus Peymann hat soeben Wien verlassen.

Richtig gute Stimmung in den oberen Stockwerken des Pressehauses; man kann ins Träumen kommen. Früher hätte der Chef gesagt, ab auf die Donauinsel, wenn es damals schon eine Donauinsel gegeben hätte. Altgediente Mitarbeiter schwärmen noch immer von diesen Ausflügen, gerade weil es damals noch keine Donauinsel gab. Der Chef und sein klappriger VW, hochgekrempelte Hosenbeine, ein paar Wurstsemmeln, das Leben kann so schön sein, wenn man es leichtnimmt. Aber dann kam dem Chef gleich eine Idee, und es hieß: Sofort zurück in die Redaktion!

Während er träumte, hatte er achtlos in der Süddeutschen Zeitung geblättert, einem an sich recht renommierten Blatt, einer Zeitung, wie er sie


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