Was kommt

Politik | aus FALTER 29/99 vom 21.07.1999

Sprachpolizei Polizistinnen: "Tuttel-Sheriff." Drogenfahndung gegen Schwarze: "Aktion Jumbo." Schwarzer: "Bimbo." Araber: "Wollschädel." Homosexuelle: "Kakaostecher." Wasserwerfer: "Studentenwaschmaschine." Glaubt man dem liberalen Abgeordneten Marco Smoliner, so herrscht im Streifenwagen eine Menge Spaß. Sehr zum Unmut der Liberalen. Sie wollen in einem neuen Vorstoß die "Verwilderung der Sprachkultur bei der Polizei" bekämpfen. Auch der kürzlich konstituierte Menschenrechtsbeirat wird sich des Problems der polizeilichen Umgangssprache annehmen, "wenn es dafür handfeste Beweise gibt und es tatsächlich zu Menschenrechtsverletzungen kommt". Schon vor Jahren hatte Generaldirektor Sika den Gebrauch des Wortes "Neger" per Verordnung verboten.

Was war "ZiB-Zensur"? Acht nicht gesendete Sekunden eines "ZiB"-Beitrages werden zum Politikum. In einem, in der Zeitschrift Format abgedruckten Brief an den ORF-Hörfunkintendanten Hannes Leopoldseder beschwert sich ÖVP-Kurator Ernst Strasser, daß aus einem Bericht über Klimas skandalumwittertes Euroteam (jene Gesellschaft, die den Lehrlingsplan der Regierung umsetzen sollte) zufällig jene acht Sekunden herausgeschnitten wurden, in denen die Namen von Kanzler-Sprecher David Mock und Klima-Sohn Jan vorkommen. Noch ist nicht geklärt, auf wessen Wunsch der Beitrag zensuriert wurde. In Vorwahlkampfzeiten gilt die "Zeit im Bild" als das am meisten umkämpfte Medium der Parteien. Politische Interventionen, so ein bekannter "ZiB"-Mitarbeiter, seien "an der Tagesordnung".

Was fehlt Berechtigung für Euroteam Die Ungereimtheiten in der Euroteam-Affäre gehen weiter. Nun behauptet der liberale Abgeordnete Volker Kier, daß Euroteam gar keine Gewerbeberechtigung hatte. "Die Regierung", so Kier, "hat Pfuscher beschäftigt." Euroteam-Chef Stuhlpfarrer kontert, daß nach der Gewerbeordnung keine Berechtigung erforderlich war.


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