Dolm der Woche: H. Scheibner

Politik | aus FALTER 29/99 vom 21.07.1999

In ÖVP-Kreisen wurde er bereits als zukünftiger Vizekanzler gehandelt. Als FP-Klubobmann galt er als freiheitlicher Hoffnungsträger. Moderat im Ton, sachlich in der Auseinandersetzung. Galt. Nun schielt Scheibner im profil nach rechts. Bevor man die Wehrmachtsdeserteure rehabilitiert, sollte "endlich auch einmal etwas für die Vertriebenen nach 1945, etwa die Sudetendeutschen, getan werden", verkündete er. Schließlich seien auch an "unschuldigen Deutschen schlimme Verbrechen begangen worden". Richtig. Aber warum betont Scheibner das im Zusammenhang mit der Aufarbeitung von NS-Verbrechen? Um von der Einzigartigkeit des Holocaust abzulenken? Um der Wählerschaft vom Ulrichsberg zu signalisieren: "Es war eh nicht so schlimm, es haben andere ja auch Verbrechen begangen?" Wie auch immer. Ihre Wähler haben es notiert. Die ÖVP hoffentlich auch.


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