Genug verdrängt!

Debatte: Blick auf den Heldenplatz, Nähe zum Dr.-Karl-Lueger-Ring: Mit einem "Haus der Toleranz" im Palais Epstein würde Österreich Bereitschaft signalisieren, sich endgültig seiner Geschichte zu stellen. Das architektonische Juwel sollte nicht zum Bürohaus für Bürokraten verkommen.

Politik | Leon Zelman | aus FALTER 29/99 vom 21.07.1999

Als ich vor drei Jahren mit meiner Idee, ein "Haus der Toleranz" (Haus der Geschichte) im Palais Epstein zu errichten, an die Öffentlichkeit trat, konnte ich nicht ahnen, daß dies, wie es in Österreich so üblich ist, zu einer endlosen Diskussion führen würde. Haben wir aus der Debatte um die Gestaltung des Judenplatzes nichts gelernt? Seit drei Jahren diskutiert man in den Medien, in Wissenschaftskreisen, quer durch alle Parteien bis hin zur Israelitischen Kultusgemeinde, die Idee, in Wien ein "Haus der Toleranz" zu gründen. Es geht mir hier allein um eine gesellschaftspolitische Diskussion, polemische Auseinandersetzungen (siehe Siegfried Mattl und Albert Müller contra Anton Pelinka in Falter 23/99) und parteipolitischer Hader sind fehl am Platz und nicht zielführend.

Im letzten Jahr wurde in Österreich sehr viel über Vergangenheit gesprochen: über geraubte Konten, Raubkunst und Zwangsarbeit, über Restitution und Entschädigung. Das ist gut so und hat seine volle Berechtigung,


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