Presseschau

Medien | Andrea Dusl | aus FALTER 29/99 vom 21.07.1999

"Er heißt Gott. Die Basis für eine gewisse Anbetungswürdigkeit war somit gegeben." Ein göttlicher Satz. Der Satz des Jahres. Ich meine das Ernst. Michaela Ernst geradezu, die das neulich im Kurier über den 60. Geburtstag des göttlichen Karel, des "optimalen Schwiegersohns", geschrieben hat. Wo uns heute noch die Ohren stauben vom falschen und sülzig outrierten Behmakeln provinzieller Schauspieler vom Schlage eines Fritz Muliar, trifft Michaela Ernst mit engelsgleicher Genauigkeit in die Seele der tschechischen Sprache. "Oinmal um die gaanze Welld und die Daschään voller Gelld" transkribiert sie die Nachtigall aus Prag und würdigt damit Bienerich Maja mit einer für Medienrezensenten beinahe schon intimen Liebenswürdigkeit. Böse klingt hingegen, was Focus aus dem Internet destilliert hat: "US-Amerikaner" - gibt es eigentlich auch US-Nichtamerikaner? - "erkoren Meg Ryan, 37, und Brad Pitt, 35, zu ihren persönlichen Wunschpartnern für den Bund der Ehe." Meg Ryan, die Ikone des Beinahetränenausbruchs, und Brad Pitt, Schutzpatron des schlauchlosen Reifenwechsels! Ogottogott!


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