Der entfesselte Möchtegern

Poesie: Andreas Mölzer, Haiders Mann für die Kärntner Kultur, ist selbst Künstler. Als Lyriker und Prosa-Schriftsteller stemmt er sich gegen weibliche Fluten und muß doch untergehen.

Kultur | Antonio Fian | aus FALTER 29/99 vom 21.07.1999

Kärntens derzeitiger Kulturreferent, Landeshauptmann Jörg Haider, hat einen Experten beauftragt, ihn in dieser Funktion zu beraten: Andreas Mölzer, bis vor zwei Wochen Herausgeber der Wochenzeitschrift Zur Zeit. Zur Zeit versammelt Texte von Autoren, die sich selbst gern als "Querdenker und Nonkonformisten" bezeichnen, sie begreift sich als radikal oppositionelle Zeitschrift, als Avantgarde des Widerstands. Nicht mehr Apologeten des Nationalsozialismus oder anderer autoritärer Systeme werden attackiert, sondern "Linkslinke" und "Gutmenschen", die man an den Schalthebeln der Macht wähnt und deren behauptete Vormachtstellung im intellektuellen Diskurs durch das Hervortreten einer neuen, rechten Intelligenz gebrochen werden soll.

Allzuviel allerdings hat diese rechte Intelligenz bis jetzt nicht zu bieten, Texte von Zur Zeit-Autoren werden außerhalb der angestammten Leserschaft höchstens als Kuriosa wahrgenommen, sieht man ab von jenen des Herausgebers selbst, dessen sich weltläufig


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