Nüchtern Betrachtet: Regen ist die Sonne der Menschheit

Kultur | aus FALTER 29/99 vom 21.07.1999

Gute Geräusche. Neben dem Einfahren der Luft in eine Vakuumverpackung; neben dem feinmechanischen Klicken und Ineinanderrasten mikrometergenau gefertigter Funktionsteile; neben Musik und der Akustik sexueller Handlungen (die in diesem Bewerb aber nicht startberechtigt sind) ist vor allem das Tröpfeln, Rieseln, Plätschern und Schwallen von Regen zu nennen. "Das sanfte Trommeln des Regens", schreibt Plinius der Ältere, "ist die Hebamme des Geistes, der Bruder des Schlafes und der Totengräber der Zwietracht." "Und", ergänzt Plinius der Jüngere, "ein erfahrener Kutscher, der die wilden Pferde des Über-, Un- und Mißmuts zu zügeln weiß." Worauf Plinius der Ältere bekanntlich geantwortet hat, der Junior möge nicht so manieriert daherreden, genau das habe er, der Senior, mit weniger Worten zu sagen gewußt. "I can't stand the rain" wiederum sang Tina Turner, die immerzu singen muß, weil sie nicht nur Plinius nicht gelesen hat, sondern überhaupt kreuzdämlich ist und von rein gar


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