Standpunkt: Saubermänner?

Politik | aus FALTER 30/99 vom 28.07.1999

Walter Meischberger schäumt. Der wegen Anstiftung zur Steuerhinterziehung rechtskräftig Verurteilte soll keinen Schilling sehen. Weil er sein Mandat 42 Tage vor Erreichen des Pensionsanspruches zurücklegt hat. Zehn lange Abgeordnetenjahre hat er doch Pensionsbeiträge eingezahlt! 1,84 Millionen Schilling Entschädigung will der Geschaßte von der Partei nun dafür haben. Entpuppt sich Meischberger, ehemaliges FPÖ-Mitglied, am Ende doch als "Privilegienritter"? - Gift und Galle spuckt "Meische" aber auch noch wegen etwas anderem: Der FPÖ-Chef habe ihm für sein freiwilliges Ausscheiden einen Posten im ORF-Kuratorium zugesagt. Schulterklopfend. Ist Jörg Haider, Anwalt der Tüchtigen, Fleißigen und Anständigen nun doch ein "Postenschacherer"? Oder ein "Wortbrüchiger"? Fragen über Fragen. Doch die brennendste von allen ist wohl die, welche Partei-Interna der Ex-Mandatar uns bei Nichtbezahlung auftischen will. Einen neuen Rosenstingl vielleicht? Anscheinend warten in der selbsternannten Saubermannpartei noch weitere Skandale auf ihre Enthüllung. Muß man aber gleich Geld fordern, um solches Unheil abzuwenden? Dieser Methoden bedienen sich ja nicht einmal die "roten und schwarzen Bonzen". Zumindest nicht derart öffentlich und ungeniert. N.W.


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