Versuch, ein Mann zu sein

Literatur: Mit dem Roman "Die englischen Jahre" legt Norbert Gstrein sein bislang umfangreichstes und ambitioniertestes Werk vor. Der "Falter" sprach mit dem in Zürich lebenden Tiroler über die Koketterie mit dem Exil, über den literarischen Umgang der "Nachgeborenen" mit einer prekären Vergangenheit und die Schwierigkeiten, in Zürich essen zu gehen.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 30/99 vom 28.07.1999

Die Zürcher Buchhandlung Bitterli & Hartmann ist wohl das, was man gemeinhin als "klein, aber fein" bezeichnet, und wenn man sie mit Norbert Gstrein besucht, bekommt man auch einen guten Espresso. Dann kann man die Regale durchstöbern, um auch auf sämtliche Werke von Norbert Gstrein zu stoßen, wie der seit drei Jahren in Zürich lebende österreichische Schriftsteller das strategische Kalkül des von ihm vorgeschlagenen Buchhandlungsbesuches freimütig offenlegt. Aber halt! Dort, wo eigentlich Gstreins Romanerstling "Das Register" (1992) stehen sollte, klafft eine wahrnehmbare Lücke. "Den haben wir gerade verkauft", erklärt Herr Hartmann. Was will man mehr!

In der letzten Zeit hat sich Gstrein, der 1988 mit seinem Debüt, der Erzählung "Einer", zum weithin wahrgenommenen Hoffnungsträger der österreichischen Literatur avancierte, aus dem Literaturbetrieb etwas zurückgezogen. Zuletzt war 1995 sein Roman "Der Kommerzialrat" erschienen, für den er "eher Hiebe als keine Hiebe gekriegt"


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