Häuserl fürs Herzerl

KUNST Kaum zu glauben: Dem Museum moderner Kunst ist mit "La casa, il corpo, il cuore" nach langer Zeit wieder einmal eine thematische Ausstellung gelungen.

Kultur | Vitus H.Weh | aus FALTER 30/99 vom 28.07.1999

Die Ausstellung paßt ideal zur Jahreszeit: Während sich scheinbar die ganze Welt in die Sommerfrische verabschiedet hat, Almhütten ausgebucht sind und Wochenendsiedlungen und Schrebergärten überquellen, zeigt auch das Museum moderner Kunst lauter Häuschen. Glaubt man der Ausstellung "La casa, il corpo, il cuore", dann hat die zeitgenössische Liebe zum überschaubaren Haus allerdings einen handfesten philosophischen Hintergrund.

Die grandes narratives seien uns abhanden gekommen, meint Lorand Hegyi, der Kurator der Schau. Und mit diesen verbindlichen Sinndeutungen und weitgreifenden Zusammenhängen auch das Vertrauen in den sozialen und kulturellen Umraum. Im Zuge der Globalisierung und Technisierung haben sich mit dem veränderten Orts- und Raumbegriff die Bedeutung und die Rolle des menschlichen Körpers und seine Identität gewandelt. Während sich das Subjekt vervielfältigt und mobilisiert, führen die kulturgeschichtlichen Veränderungen für die einzelnen Körper paradoxerweise


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