Fish and Zwieback

Sachbuch: Ein Fisch veränderte die Welt. Wie, das beschreibt der Historiker Mark Kurlansky in seiner Weltgeschichte aus der Sicht des Kabeljaus.

Kultur | Martin Amanshauser | aus FALTER 30/99 vom 28.07.1999

Wien ist ein schlechtes Pflaster für gesalzenen Stockfisch. Auf dem Naschmarkt kostet das Kilo vierhundert Schilling - ziemlich teuer angesichts der Tatsache, daß Kabeljau ein halbes Jahrtausend lang als meistgefischter Meeresbewohner der Welt galt und immer noch das Zeug zum Nationalgericht hat - man denke an "Fish and Chips" oder an den portugiesischen "Bacalhau".

Der amerikanische Food-History-Forscher Mark Kurlansky hat eine Weltgeschichte anhand des Kabeljaus geschrieben. Sein Ansatz: Nicht Kolumbus hat Amerika entdeckt, sondern der Kabeljau. Oder besser: die Wikinger, die auf ihren Expeditionen nach Grönland und Kanada Fisch "in die frostige Winterluft hängten, bis er vier Fünftel seines Gewichts verloren hatte und zu einem haltbaren, holzähnlichen Brett wurde". Das ließ sich dann wie Zwieback abbrechen und essen. Zwar schmeckt das weiße Fleisch des phlegmatischen Kaltwasserfischs eher fad. Aufgrund seines niedrigen Fettgehalts eignet es sich aber bestens zum Einsalzen: eine


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