Aufgeblättert

Kultur | aus FALTER 30/99 vom 28.07.1999

Unser grundlegendster Unterschied liegt im Politischen", schrieb der spanische Schriftsteller Max Aub (1903-1972) im Vorwort zu seinen gesammelten Gesprächen mit dem Regisseur Luis Bunuel. "Ihm geht es mehr um Gerechtigkeit als um die Wahrheit. Mir nicht." Diese Selbstcharakterisierung des undogmatischen Sozialisten kann nun ein weiteres Mal auf deutsch überprüft werden - im Auftaktroman zu Aubs sechsteiligem Zyklus "Das magische Labyrinth" über den Spanischen Bürgerkrieg. Erzählt wird in "Nichts geht mehr" das kurze Leben des Bauernburschen Rafael Lopez Serrador, der im Mai 1929 aus einem Provinzkaff nach Barcelona kommt. Mitleidlos und mit modernen literarischen Mitteln schildert Aub, wie der dumpfe Held von den politischen Umbrüchen seiner Zeit mitgerissen wird: Serrador wechselt planlos die Fronten, schließt sich den Anarchisten, den Kommunisten und schließlich den Falangisten an; zwischendurch wird er zum kaltblütigen Mörder einer Prostituierten. Der um die historische Wahrheit


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