Fair, aber faul

Kommentar: Die "Aktion Fairneß" ist eine gute Idee. Über die Versäumnisse der Sozialpartner kann sie aber nicht hinwegtäuschen.

Vorwort | August Gächter | aus FALTER 31/99 vom 04.08.1999

Die Gewerkschaft will kämpfen. Auf der Straße. Gleich nach Schulanfang, bei laufendem Nationalratswahlkampf, soll es eine Aktionswoche geben. Grund für die Protestmärsche: die fehlende rechtliche Gleichstellung von Arbeitern mit Angestellten. Seit Ende 1997 fordert der ÖGB unter dem Titel "Aktion Fairneß" die sofortige rechtliche Angleichung der 1,3 Millionen Arbeiter an die 1,4 Millionen Angestellten. Nach früheren Angleichungen geht es dabei hauptsächlich um die Entgeltfortzahlung im Krankenstand und um die Kündigungsfristen. Die Wirtschaftskammer winkte anfangs sofort ab: Das sei für die Unternehmen zu teuer. Die Kostenschätzungen der Kammer sind zehnmal so hoch wie die des ÖGB. Auch innerhalb der Gewerkschaft gab es Zores. Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), größte Einzelgewerkschaft und "cash cow" des ÖGB, meinte, man müsse trotz Angleichung auch weiterhin zwischen Arbeitern und Angestellten unterscheiden dürfen.

Trotzdem vereinbarten Gewerkschaft und Kammer

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige