WAS WAR

Politik | aus FALTER 31/99 vom 04.08.1999

Gescheitertes Fair play Die Rathausparteien wollten ein Herz für die Touristen und die eigenen Parteikassen zeigen. SPÖ, ÖVP, Grüne und Liberale schlugen deshalb ein Verbot für Dreiecksständer bis 20. August und eine Limitierung auf maximal 1000 Stück pro Partei vor. Zu spät: Die FPÖ, die Wien in letzter Zeit mit Plakaten förmlich überzieht, hatte bereits Sujets für den August bestellt. Mit viel blauer Farbe im Stadtbild ist in den nächsten zwei Monaten zu rechnen. Andererseits: Jörg Haider statt Hilmar "Wiens treibende Kraft" Kabas ist zumindest eine Abwechslung.

WAS KOMMT Humanere Gefängnisse Richtig leiwand werden es Menschen hinter Gittern wohl nie wirklich haben. Aber künftig sollen die Gefängnisse zumindest ein bißchen mehr mit dem Leben draußen zu tun bekommen als bisher. Haftentlassene können nur dann vor Rückfällen bewahrt werden, weiß das Justizministerium, wenn sie noch im Gefängnis auf den Alltag nach der Entlassung bestmöglich vorbereitet werden. Ab September ist deshalb eine Reihe von Reformen geplant: Die Häftlinge sollen etwa mehr Freiheit erhalten, ihren Tagesablauf selbst zu gestalten. Besonderes Augenmerk will das Justizministerium auf die Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten legen.

WAS FEHLT Goldmedaille für Sika Die Ehrungen für Michael Sika, Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, reißen nicht ab. Dieser Tage nimmt der Ober-Polizist von Bürgermeister und Landeshauptmann Michael Häupl das "Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Stadt Wien" entgegen. Und schon steht die nächste Würdigung ins Haus. Die Grünen im Rathaus stellten im Stadtsenat den Antrag, Sika - wenn schon, denn schon - die Plakette gleich in edlem Gold umzuhängen. Begründung der Grünen mit ironischem Unterton: Sika und die Polizei hätten sich beim Fall Marcus Omofuma derart vorbildlich verhalten, daß dem Herrn Generaldirektor nur die höchsten denkbaren Weihen zur Ehre gereichen würden.


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