Nach der Razia

Drogen: Nach der Euphorie um die "Operation Spring" steht fest: Nigerianische Dealer sind wieder unterwegs, Streetworker verlieren den Kontakt zu ihren Klienten, die Lage der Suchtkranken verschlechtert sich.Polizei und Sozialarbeiter sind ratlos.

Politik | Florian Klenk und Nina Weissensteiner | aus FALTER 31/99 vom 04.08.1999

Die Drogenszene schwitzte. Der Stoff ging aus. Vertraute Dealer, die man wegen ihrer Hautfarbe schon von weitem erkannte, waren plötzlich verschwunden. Kein Anschluß unter den Nummern ihrer Wertkartenhandys. Am Westbahnhof, dem bislang ergiebigsten Umschlagplatz, war von Versorgern keine Spur. Wo sind neue Dealer? Mittelsmänner lotsten die Süchtigen stundenlang durch die Straßen. Mitten in der Nacht, wenn wieder ein wenig Stoff in die Stadt gelangt war, wurden die Kunden aus ihren Betten geholt. Nur wer schnell genug war, konnte dem kalten Entzug und den damit verbundenen körperlichen Schmerzen entgehen.

Wenige Stunden, nachdem die Polizei am 27. Mai ihre "Operation Spring", die erfolgreichste Razzia gegen afrikanische Drogendealer, beendet hatte, begannen Hunderte Menschen in der Stadt zu zittern. Es beutelte nicht nur die Dealer, die von den Ermittlern von ihren Betten weg verhaftet wurden, sondern auch ihre schwerkranke Kundschaft. Rund 500 Süchtige der "offenen Drogenszene" standen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige