Der Wiener Weg: "Angstfreies Klima"

Politik | aus FALTER 31/99 vom 04.08.1999

Begonnen hat es in den sechziger Jahren. Da saßen Hascher im Volksgarten und wurden vertrieben. In den Burggarten. Die ersten "Haschischlokale" im siebten Bezirk machten auf. Das Strafrecht sah Konsumenten und Händler als Schwerverbrecher an. Die Szene war weitgehend unter Kontrolle. Dann kamen die "Kinder vom Karlsplatz". Mitte der achtziger Jahre etablierte sich in der finsteren U-Bahn-Passage ein riesiger Tablettenmarkt. Die Bevölkerung erkannte, daß Drogenkonsumenten kranke Menschen sind. "Die Debatte verlief apokalyptisch und hysterisch", erinnert sich Wiens Drogenkoordinator Peter Hacker. Drogen, das bedeutete Aids und Tod. Die Polizei setzte auf Repression. "Die Drogenpolitik bestand in der Anordnung von Polizeieinsätzen", so Hacker. Die erste Trendwende erfolgte 1986. Gesundheitsstadtrat Sepp Rieder, damals noch im Justizministerium, und sogar FPÖ-Scharfmacher Hilmar Kabas (damals FPÖ-Justizsprecher) setzten sich für ein liberales Suchtgiftgesetz ein. "Therapie statt Strafe"

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