Hoffmanns Erzählungen

Wahlkampf: Das Liberale Forum legt sich vor den Nationalratswahlen auf die Couch. Die krisengeschüttelte Partei engagierte einen Psychologen.

Politik | Gerald John | aus FALTER 31/99 vom 04.08.1999

In Wahlkampfzeiten erfreuen sich ganze Dienstleistungssparten hervorragender Auftragslagen. Parteien engagieren Meinungsforscher. Konsultieren Trendexperten. Kontaktieren Kommunikationstrainer. Psychische Betreuung hingegen wird gewöhnlich eher nach Wahlniederlagen in Anspruch genommen. Das Liberale Forum brach nun auch dieses Tabu und heuerte schon vor dem Urnengang am 3. Oktober einen Seelenklempner an. "Zwischen Liberalismus und Psychoanalyse gibt es viele Parallelen", beweist der Psychoanalytiker und Tiefenpsychologe Walter Hoffmann Sendungsbewußtsein: "Beide desillusionieren Menschen in ihrem kindlichen Wunschdenken, daß eine höhere Macht sie beschütze."

Die Wähler hierzulande tendieren offenbar zu infantilen Denkmustern. Bei den kommenden Nationalratswahlen kämpft der von Heide Schmidt verkörperte Liberalismus um sein parlamentarisches Überleben. Wie therapiert man eine erfolglose Partei? "Überhaupt nicht", sagt Hoffmann, "dem LIF geht's nicht so schlecht." Die Rolle der


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