Unter Dach und Fach

Arbeitsmarkt: Das viel kritisierte Arbeitsmarktservice Wien wird reformiert. Künftig soll die Vermittlung nach dem Motto "Alles unter einem Dach" funktionieren. Manche Mißstände werden damit aber nicht behoben.

Politik | Gerald John | aus FALTER 31/99 vom 04.08.1999

Die Veranstaltung wirkte auf den ersten Blick wie eine Leistungsschau der Sozialpartnerschaft. Gewerkschafter, Industrievertreter, Arbeiter- und Wirtschaftskämmerer drängten sich hinter den Mikrofonen - auch wenn mancher am Podium im Laufe der Pressekonferenz kein einziges Wort sagte. Anlaß des Aufmarsches: die Reform des Arbeitsmarktservice (AMS) Wien.

Künftig soll Arbeitssuche in Wien nach dem Prinzip "Alles unter einem Dach" ablaufen. Arbeitslose können sich entweder an eine regionale Geschäftsstelle oder an ein branchenspezifisches Fachzentrum wenden. An beiden Stellen wird beraten, vermittelt und - im Gegensatz zu früher - auch Arbeitslosengeld ausbezahlt. "Wir wollen durch besseres Service die Dauer der Arbeitslosigkeit verkürzen", sagt Ingeborg Friehs, stellvertretende Leiterin des AMS Wien.

Lange ist es her, daß sich die Arbeitsvermittler Wiens über einen derart breiten symbolischen Konsens, wie er bei der Präsentation des Reformkonzeptes zum Ausdruck kam, freuen konnten.


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