Die Reichen sorgen für die Armen

Fussball: Ein richtungweisendes Urteil in England bestimmt auch die Zukunft des österreichischen Fußballs mit: Es darf nur kollektiv vermarktet werden.

Medien | Klaus Federmair | aus FALTER 31/99 vom 04.08.1999

Das Indiz belastete die Angeklagten schwer. In der seit Jahren boomenden englischen Fußballmeisterschaft werden jährlich 380 Spiele gespielt, aber "nur" etwa 60 werden auch live übertragen, und zwar alle von Rupert Murdochs Pay-TV-Kanal. Weniger als eineinhalb Millionen Zuseher verfolgen im Schnitt ein Match. Außer der Murdoch-Belegschaft dürfen nur noch die Leute von der BBC mit der Kamera ein Stadion bei einem Meisterschaftsspiel betreten, um Aufzeichnungen für die beliebte Sendung "Match of the Day" zu produzieren. England ist voll mit unbefriedigten Fußballfans und frustrierten Konkurrenzsendern, die infolge der Exklusivverträge zwischen Murdochs BSkyB beziehungsweise der BBC und der Premier League durch die Finger schauen.

Die Wettbewerbshüter vom Office of Fair Trading (OFT) in London klagten deshalb vor dem Kartellgericht (Restrictive Practices Court, kurz: RPC) wegen massiver Beeinträchtigung des Wettbewerbs zu Lasten von Konsumenten und Konkurrenten. Geklagt wurde die


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