Presseschau

Medien | Andrea Dusl | aus FALTER 31/99 vom 04.08.1999

"Wir sind einfach frohgemut", meint die orthographierenitente Presse, "daß wir nicht jeden Unsinn mitmachen müssen, den man uns vorschreiben will" - und verweigert hartnäckig die Inflation der Doppel- und Dreifachkonsonanz. Als ob Schurnalisten (heißt das jetzt so?) nicht ohnedies ihr Rechtschreibegewissen in die zarten Hände Duden-fester Lektorinnen legten! Wir dürfen uns also freuen (nicht verwechseln mit fräuen, ja!), dass scharfe ßsse sich weiterhin im Gehäge der Ortografiker tummeln werden. Weder die gamsigste Gämse noch die Eier legendste Hähnne werden sich dort verlieren dürfen. Die Schofföre der Resistance werden weiterhin ihren Thron auf hohem, aber resistentem Roß chauffieren. Die schlimmen Wörter stehen ohnedies nicht im Duden. Auch nicht im neuen. Und was nicht im Duden steht, wird auch in Zukunft mehr schlecht- als rechtgeschrieben werden können. Modische Aufreger wie "Style-Musts", blind empfehlbare "Must-Haves" und auch das trendigste Top aller superchicen News-Musts: Das bedingungslos "in"ne "Top-Must". Ein Top-Must wird jede Reform überstehen.


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