Fernsehen

Medien | Sigrid Neudecker | aus FALTER 31/99 vom 04.08.1999

Die charmante Begleitung ist überall. Sie ist ein gerngesehener Gast. Um die charmante Begleitung muß man sich nicht kümmern, die sitzt einfach nur. Hin und wieder steht sie auch, und beides tut sie immer neben Männern, die wichtig sind oder so tun oder wenigstens von anderen für wichtig gehalten werden.

Die charmante Begleitung ist der Glücksfall für den Reporter (in den allerseltensten Fällen die Reporterin), der sich nicht zuviel Arbeit antun will. Er interviewt beispielsweise den Langläufer Markus Gandler beim Tennisturnier in Kitzbühel, neben seiner "charmanten Begleitung". Damit die sich nicht gar so ausgeschlossen fühlt, darf sie zwischen Interviewer und Interviewtem sitzen und interessiert dreinschauen. Selbst reden können muß nicht sein (außer hin und wieder übers Wetter).

Wozu auch? Die Voraussetzungen für das Prädikat "charmante Begleitung" erfüllt schon, wer weiblich ist, keinen Buckel hat - und nicht allzuviel Wert darauf legt, daß Herr Nehiba die paar Sekunden erübrigt, um nach dem Namen zu fragen.


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