Alpen sind zum Absturz da

Film: Dem 100. Geburtstag des Meisters sei Dank: Zum erstenmal ist die vollständige Ausgabe von Francois Truffauts klassischem Hitchcock-Buch auch auf deutsch erhältlich.


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 31/99 vom 04.08.1999

Wenn es eine Figur gibt, an der sich die Aufhebung des Gegensatzes zwischen E- und U-Kultur, zwischen dem Anspruchsvollen und dem Populären, zwischen sublimer Raffinesse und unmittelbar packender Emotionalität schlagend beweisen läßt, dann ist das wohl Alfred Hitchcock. Umso erstaunlicher ist es zumindest für den filmhistorisch durchschnittlich beschlagenen Leser, wenn Francois Truffaut im Vorwort zu seinem berühmten, 1966 im französischen Original erschienenen Hitchcock-Buch schreibt, es ginge ihm darum, dem bislang völlig unterschätzten Werk endlich jenen Platz zuzuweisen, "den es verdient".

Entstanden war das berühmteste Filmbuch der Welt im Laufe von vier Jahren, nachdem Truffaut und seine als Dolmetscherin fungierende Freundin Helen G. Scott sich im Sommer 1962 sechs Tage lang "ohne Unterbrechung von neun Uhr morgens bis sechs Uhr abends" mit Hitchcock unterhalten hatten und das zweisprachig geführte Gespräch zur Gänze mitgeschnitten worden war. Ein letztes Kapitel, das

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