Lauwarme Paella

Theater: 15 Stunden Theater an zwei Tagen: "Schlachten!" nach Shakespeare und "Zur schönen Aussicht" von Horvath bei den Salzburger Festspielen.

Wolfgang Kralicek | Kultur | aus FALTER 31/99 vom 04.08.1999

Theaterbesucher sind schon ein merkwürdiges Völkchen. In den Ferien, mitten im Hochsommer, lassen sie sich bei strahlendem Wetter zwölf Stunden lang in eine dunkle Halle sperren, wo sie für teures Geld auf harten Bänken harren und dabei zusehen, wie Schauspieler das Wohl und Wehe englischer Könige aus dem 15. Jahrhundert nachstellen. Das Schauspielprogramm der diesjährigen Salzburger Festspiele begann mit einem solchen Fest für Theatermasochisten: Der belgische Regisseur Luk Perceval zeigte auf der Perner-Insel in Hallein den Shakespeare-Marathon "Schlachten!", den er vor zwei Jahren mit seiner eigenen Truppe in Gent erarbeitet hatte und jetzt mit Schauspielern des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg (wo die Produktion ab Oktober zu sehen sein wird) neu einstudiert hat.

Gespielt werden Shakespeares "Königsdramen", und das dauert eben seine Zeit. Wenn man dazu noch bedenkt, daß es sich um nicht weniger als acht abendfüllende Tragödien handelt, dann ist die von dem Schriftsteller

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