A Wedding and an Überfall

Literatur: Arno Geiger erzählt uns in seinem neuesten Sprachfeuerwerk alles über einen netten Tag für eine weiße Hochzeit.

Kultur | Martin Amanshauser | aus FALTER 31/99 vom 04.08.1999

Der Tagedieb Jonas Kreuzer, "ein völlig winddurchpfiffener Charakter", stolpert mit seinem Geigenkoffer durch die Welt. Stiehlt ein Typ wie er einen Bund Spargel, dann schenkt ihm die Verkäuferin garantiert einen zweiten - sieht er seiner (Ex-)Freundin beim Schwimmen zu, dann haut ihm garantiert ein rabiater Badewaschel von hinten auf den Schädel. So geht es beim zweiten Roman des 31jährigen Vorarlbergers Arno Geiger zu - jede Menge Action. Absolut kein Grund, sich vom bescheuerten Titel "Irrlichterloh" abschrecken zu lassen!

Im Gegensatz zu Geigers Erstling ist der Plot einsichtig und die Geschichte cool: die vielbeachtete, jedoch in entnervender Du-Form geschriebene "Kleine Schule des Karussellfahrens" (1997) war ein hochtalentierter, aber extrem manieristischer Zitatenfriedhof mit hohem Unlesbarkeitsfaktor, an dem das Feuilleton (vermutlich gerade deshalb) nicht vorbeikonnte. Beim neuen Buch ist zu befürchten, daß die Kritik von einer weiteren Talentprobe sprechen wird. Doch es


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