Aufgeblättert

Oliver Hochadel | Kultur | aus FALTER 31/99 vom 04.08.1999

A whole way of life." Welche Erfahrungen prägen Menschen, wie werden Identitäten konstruiert? Um nichts mehr, aber auch um nichts weniger geht es den Cultural Studies (CS), die bewußt disziplinäre Grenzen verwischen und seit einigen Jahren auch hierzulande boomen. Zeit für Reader und Handbücher! Vorsichtige Einkreisungen, übersetzte Basistexte, die Frage nach der Transferierbarkeit der CS in den deutschsprachigen Raum, Literaturlisten - das ist das leicht variierte Rezept dreier neuer Einführungen. Die Wiege der CS stand im Nachkriegsengland. Postkolonialismus und Klassengegensätze bildeten den Nährboden und ergaben mit dem aufkommenden Feminismus die heilige Dreieinigkeit der CS von Rasse, Klasse und Geschlecht. Längst aber haben sich die CS auch auf die Massenkultur, Konsum und Medien geworfen, worauf man ihren Vertretern "zeitgeistige Dehnbarkeit" und den Verlust ihres politisch-emanzipativen Anspruchs vorgeworfen hat. Diesen theoriegeschichtlichen Weg zeichnet der Reader

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