Mann tot, Teppich rot

Literatur: Zwischen magischem Realismus, magischem Penis und letalem Schamhaarverlust - ein Streifzug durch die boomende skandinavische Romanliteratur.

Kultur | Gregor Patorski | aus FALTER 31/99 vom 04.08.1999

Skandinavische Literatur und nordisches Schreiben assoziiert man in erster Linie mit natürlichster Natur, multipler Einsamkeit und beredtem Schweigen. Selbstverständlich ist dies ein Vorurteil. Doch magischerweise werden Kitsch und Klischee häufig bestätigt: "In dieser Welt voller Geschichten wurde meine Vorstellung von Vaters magischem Erzählen geboren (...)." "Magisches Erzählen", also die Verquickung von Mythos und Wirklichkeit, von Faktum und Fiktion, ist der Anspruch, an dem viele skandinavische Schriftsteller gemessen werden wollen und den sie auch selber formulieren.

So auch Kjell Johansson in seinem autobiografischen Roman "Der Geschichtenmacher". Mit sanftem Blick zurück beschreibt er das Schicksal seiner Familie im schwedischen Midsommarkransen, einem Vorort Stockholms. Die Armut wäre ja zu ertragen, wäre da nicht auch noch der schwere Alkoholismus des Vaters. Von diesem Vater, welcher sich in lichten Momenten in den mit Mehl weiß gepuderten Grafen Johansson verwandelt


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