Kunst Kurz

Kultur | Vitus H.Weh | aus FALTER 31/99 vom 04.08.1999

Kunstkuratoren Er wolle keine Bundeskunstkuratoren mehr bestellen und statt dessen lieber Bundeskuratoren für die Bereiche Neue Medien und Tanz installieren. Das erklärte Staatssekretär Peter Wittmann letzte Woche in einem Ö1-Interview. Warum das sehr erfolgreiche und international renommierte Modell nun plötzlich ohne Evaluierung abgeschafft werden soll, begründete er nicht. Eine Diskussion zum Thema: "Wer braucht die Bundeskunstkuratoren? Zu Konzepten und Analysen eines Fördermodells" findet am 19. August, 19 Uhr, in der basis wien statt.

Reddekers Liste Vor allem die "Informationszugänge zur aktuellen Kunst" wollte sie verbessern, meint die scheidende Bundeskunstkuratorin Lioba Reddeker. Wer sich ihre Förderliste anschaut (www.basis-wien.at/kunstprojekte), merkt allerdings schnell, daß es offensichtlich viele Möglichkeiten gibt, dieses Ziel zu verfolgen. Die Palette reicht von geförderten Redaktionspraktika bei Kunstzeitschriften bis zur Anmietung einer Wien-Wohnung für ausländische Kuratoren, von den "Basistagen" in Innsbruck, Linz und Salzburg bis hin zur Vortragsreihe "Signs of trouble" über zeitgenössisches Grafikdesign. Nun ist zu prüfen, welche dieser Projekte fortgeführt und welche als Versuche ad acta gelegt werden sollten. Einiges Potential scheint in der Videodatenbank (medien.kunst.archiv wien) und der Online-Datenbank (www.basis-wien.at/db) zu liegen; die "Signs of trouble"-Vorträge wiederum, die ständig überfüllt waren, hätte man damals schon als Hinweis begreifen müssen, welch brachliegendes Potential im hiesigen Designbereich steckt.

Umzingglt Unangenehme Vorstellung: Wolfgang Zinggl steht im Keller und heult (siehe seinen Kommentar "Ach Weh!" in Falter 30/99). Weil er doch als Bundeskunstkurator 106 Projekte gefördert hat, und nicht nur 80! Zur Klarstellung: Die Zahl 80 entnahm ich Zinggls eigener Abschlußbroschüre durch Abzählen.


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