Stadtrand: Leider, Ö3

Stadtleben | aus FALTER 31/99 vom 04.08.1999

Sonntag abend. Es war ein sonniger Tag. Es war ein heißer Tag. Der Städter war an die umliegenden Seen gefahren, um Abkühlung zu suchen. Nun kehrt er zurück.

Vor Fahrtantritt denkt er sich: "Hör' ich doch wieder mal Ö3. Die sagen doch immer, daß sie den schnellsten Verkehrsservice haben. Und wer weiß, wie die Südautobahn aussieht."

Der Städter fährt kurz nach halb los und hofft auf den schnellsten Verkehrsservice Österreichs, bevor er zur Autobahn kommt.

"Oh", denkt sich der Städter, als "Knocking on Heaven's Door" angekündigt wird, "bei Ö3 gibt es ja doch noch Platz für echte Musik!" Zu oft schon hatte er sich von dem Radiosender, der eine Institution für gute Musik sein will, mit eintönigem Hitparadenmüll zuschütten lassen müssen. "Da kann ich auch auf den Verkehrsfunk warten", denkt sich der Städter, während er in den Stau fährt.

Keine zwei Minuten später wird Bob Dylan von der nachfolgenden Platte erschlagen. "Und der Moderator hatte noch gesagt: Genießen Sie's'", denkt sich der inzwischen im Stau stehende Städter.

Eine halbe Stunde nach Fahrtantritt wird ihm der schnellste Verkehrsfunk Österreichs sagen, daß sich der Stau, in dem er seit zehn Minuten steht, bereits aufgelöst hat. Und der Städter wird sich denken: "Ich hab's versucht." S.N.


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