Standpunkt: Hot Town

Politik | aus FALTER 32/99 vom 11.08.1999

Das Thermometer kratzt das obere Drittel der Skala. 32 Grad im Schatten, 70 Prozent Luftfeuchtigkeit, und das in einem Wahlsommer. Mit sonst zielsicher gesetzten Botschaften wie: "Wir wollen mehr Arbeitsplätze!" oder: "Wir wollen mehr Geld!" kommt man da so einfach nicht durch. Also lässt man die Hitze die Arbeit tun, sie durch die obere Schädeldecke dringen und halluziniert vor sich hin. "Opposition ist wichtig, ist schön, erhöht die Lebensqualität", transpiriert es aus Wolfgang Schüssel. Die FPÖ kann sich vorstellen, in die Regierung zu gehen, und würde "nicht zögern, den Kanzler zu stellen". Schließlich könne es ja auch "Blau-Schwarz" heißen, dampft Jörg Haider vor sich hin. Bernhard Görg meldet sich mit einem dezidierten "Mit Haider nie" zu Wort. Der SPÖ ist das alles gleich. Sie übt sich in vorsonnenfinsterlicher Weltuntergangsstimmung. Selbst wenn es eine wahre Fata Morgana braucht, um die "schwarz-blaue Option" zu beschwören. Andreas Rudas schafft das und ruft den Wähler zum "Richtungsentscheid" auf, während sein Klubobmann Peter Kostelka mehr Effizienz bei der Aufteilung der Ministerien fordert. Als ob die SPÖ in den letzten paar Jahren nicht in der Regierung gesessen und Effizienz ein neues Modewort wäre. Aber seis drum: Das nächste Gewitter kommt bestimmt. P. V.


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