"Keinerlei Beweise"

CARITAS Nachdem FPÖ-Chef Hilmar Kabas Caritas-Heime nach der Razzia "Operation Spring" als "Keimstätten des Drogenhandels" bezeichnet hat, wehrt sich die kirchliche Organisation nun erstmals mit gerichtlichen Klagen. Mit Erfolg. Kabas erhielt Sprechverbot.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 32/99 vom 11.08.1999

Am 27. Mai war Wiens FPÖ-Chef Hilmar Kabas in seinem Element. Nur wenige Minuten nachdem die Erfolge der Polizei bei der Drogenrazzia "Operation Spring" über die Presseagenturen gelaufen waren, bestellte er den Schreiber des FPÖ-Pressediensts zu sich und diktierte seinen holprigen Text: "Die heutige Großrazzia brachte einen Knalleffekt mit sich, zumal auch etliche Caritas-Heime im Visier der Fahnder gestanden sein sollen. Dem Vernehmen nach wurde in einem Caritas-Heim sogar Suchtgift im Wert von einer Million Schilling sichergestellt sowie diverse Verhaftungen durchgeführt. Wenn unter dem Deckmantel der christlichen Nächstenliebe Drogendealer gedeckt werden, so wird dies zur Gefahr für die gesamte Bevölkerung." Die Caritas-Präsidenten Landau und Küberl, so schloss Kabas sein Diktat, "erscheinen rücktrittsreif". Der Text wanderte über die Presseagentur in alle Zeitungsredaktionen.

Kronen Zeitung, Kurier und FPÖ-Postillen hängten Kabas' Sprüche ungeprüft in ihre Blätter. "Caritas


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