Aufgeblättert

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 32/99 vom 11.08.1999

Der Icherzähler ist Londoner Fußballfan, und die Kapitel haben lapidare Überschriften wie "Coventry zu Hause" oder "Liverpool auswärts". Es spricht also einiges dafür, den Debütroman des 39-jährigen Autors John King mit "Fever Pitch", dem Bestseller seines Landsmanns Nick Hornby, zu vergleichen. Tatsächlich hat "Der letzte Kick" mehr mit einem anderen Kultbuch von der Insel gemein: Der Roman ist so etwas wie "Trainspotting" mit anderen Mitteln. Der Unterschied ist nur, dass die Protagonisten keine Junkies, sondern Hooligans sind und ihre Droge nicht Heroin, sondern Adrenalin heißt. "Das ist schwer zu erklären. Es ist nicht wie Sex, aber das Risiko bringt den Kick." Es geht um die Abenteuer einer Gruppe ziemlich gewaltbereiter Chelsea-Fans, für die eine ordentliche Schlägerei genauso zu einem gelungenen Wochenende gehört wie der Konsum von ausreichend vielen "Gerstenkaltschalen" und möglichst befriedigender Geschlechtsverkehr. King schreibt unprätentiös und locker darauf


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