Funk mit Gedankenpausen

Musik: Die Red Hot Chili Peppers gelten als Erfinder von Crossover. Beim Festival "Two days a week" in Wiesen stellen sie ihr neues Album "Californication" vor.

Karl Fluch | Kultur | aus FALTER 32/99 vom 11.08.1999

Lauscht man den Red Hot Chili Peppers im Interview, entsteht der Eindruck, es handle sich hier um eine Band, die mit Mühe und im Zeitlupentempo versucht, ihre Innenansichten - im Zeichen schwerer Depression und verlangsamender Gräser - zu formulieren. Die Antworten beginnen meist schleppend mit "You know ...", um dann in ein tiefes Loch namens Gedankenpause zu stürzen, aus dem sie manchmal nicht wieder auftauchen. Oder sie wählen die einfachere Methode und antworten mit "I don't know". Das entschuldigen sie dann mit der Tatsache, dass ein Gutteil der in ihrer Musik transportierten "emotions" und "messages" als Teil ihres "flows" zu sehen ist. Und dieser ist, you know, schwer in Worte zu fassen. Hört man die Peppers allerdings auf Platte, strotzen sie geradezu vor Präzision, Kraft und Mitteilungsbedürfnis. Das neue Album "Californication" etwa beginnt mit einem Schrei, den die knochentrockene Gitarre, das Daumenbass-Gepeitsche und das Snare-lastige Schlagzeug in den Song treiben.

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