Hymnen an die Peinlichkeit

Musik: Hefner ist eine Band, die ihrem Publikum aus dem Herzen singt: bittere Popsongs über gescheiterte Beziehungen aus der Perspektive des ewigen Versagers.

Kultur | Robert Rotifer / London | aus FALTER 32/99 vom 11.08.1999

Darren Hayman, Sänger und Songschreiber von Hefner, hat zu unserem Treffen seine Lieblingsplatten mitgebracht. Entgegen allen Erwartungen - vielleicht sogar aus Prinzip - sind darunter weder Jonathan Richman noch die Violent Femmes, als deren Epigonen Hefner allgemein verstanden werden: "Die britischen Musikjournalisten glauben immer, sie wären so schlau, wenn sie sagen, wir wären ,Indie, so wie Indie sein sollte'. Wenn die wüssten! Als wir unsere letzte Platte aufnahmen, haben wir nur amerikanischen Schnulzenrock angehört: Billy Joel und Chicago, das sind unsere Einflüsse." Neben Joels "Innocent Man" und der Glen-Campbell-Collection findet sich in Haymans Plattentasche aber auch Abwegigeres wie etwa die Mountain Goats, Tram oder die Monks, Garagenbeat-Exzentriker aus den Sechzigern mit elektrischen Banjos und Mönchstonsuren. "Oh mein Gott, mir ist gerade was Furchtbares aufgefallen", sagt Darren plötzlich ganz schuldbewusst, während er in seinen Platten kramt. "Alles, was ich


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