Eingebildete Bilder

Sachbuch: Der deutsche Philosoph Reinhard Brandt will der "Wirklichkeit des Bildes" auf den Grund gehen - und stürzt dabei mit seiner Begriffsakrobatik ins Leere.

Kultur | Iris Buchheim | aus FALTER 32/99 vom 11.08.1999

Was ist Kunst? Und was braucht es, dass Bilder als solche wahrgenommen werden? Die Antworten auf diese und ähnliche Fragen sind in den vergangenen Jahren denkbar unterschiedlich ausgefallen. Nun will es einer zumindest bezüglich der Kunstbilder ganz genau wissen: Der deutsche Philosoph Reinhardt Brand unternimmt in seinem neuen Buch nichts Geringeres, als den Versuch, "Die Wirklichkeit des Bildes" zu bestimmen. Seine "plausible" Definition: Es sei ein "anschaulicher Tatbestand, der für die Betrachter in und durch seine Farben und Formen und Helligkeiten einen (geltungsindifferenten) Sachverhalt sichtbar macht und zu erkennen gibt, der er selbst nicht ist". Damit stellt er den Betrachter in den "realitätsimmunen Raum von Anschauung und Illusion" und entwirklicht das Bild als "paradoxen" Gegenstand, den es "nicht gibt". Alles klar? Etwas verständlicher werden seine strapaziösen Analysen, die einen "plausiblen und pratikablen" Bildbegriff entwickeln wollen, allenthalben als verzweifelter


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