Zwischen Himmel und Hölle

Salzburger Festspiele: In Salzburg erscheint derzeit - politisch wie künstlerisch - beinahe alles machbar. Mit Mozarts "Don Giovanni" wurde jetzt sogar vorgeführt, welche Qualen in einem Nach-Mortier-Salzburg drohen.

Kultur | Jürg Stenzl | aus FALTER 32/99 vom 11.08.1999

Es gibt bei den Salzburger Festspielen offensichtlich eine besondere Dialektik: Wenn eine Opernproduktion gelingt, muss gleich die eiskalte Dusche folgen. So stand letztes Jahr Marthalers "Katja Kabanova" gegen Zadeks "Mahagonny" und 1997 Freyers "Zauberflöte" gegen Sellars' "Grand Macabre". Diese "Zauberflöte" beglückt heuer - in die Messehallen am Stadtrand verpflanzt - erneut das große Publikum samt Kinderscharen. Zusammen mit den von den Pfingstfestspielen übernommenen, hochartistischen "Boreaden" von Rameau und der Uraufführung von Luciano Berios für die Felsenreitschule komponierter "Cronaca del Luogo" ist die Halbzeitbilanz ungewöhnlich gut. Der Flop kam dort, wo er heutzutage am wahrscheinlichsten ist, bei Mozarts reifen Opern.

"Figaro", "Don Giovanni" und "Cosi fan tutte" scheinen in gewisser Weise ausinszeniert, ausinterpretiert zu sein. Am ehesten gelingen sie noch auf kleineren Bühnen, mit jungen, unverbrauchten Kräften. Sogar Patrice Chereau ("Don Giovanni") und Luc


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