Schwanzloser Kommunist

Literatur: Man kann den neuen Roman von Philip Roth als die lang erwartete "Abrechnung" mit seiner Ex-Frau Claire Bloom lesen. Man kann ihn aber auch einfach nur gut finden.

Kultur | Wolfgang Paterno | aus FALTER 32/99 vom 11.08.1999

Heißa, das verheißt Schlüpfrigkeit und Schweinigelei: Philip Roth, oberster Masturbant und literarischer Sexperte, rechnet im neuesten Roman mit seiner ehemaligen Ehefrau Claire Bloom ab. Die berühmte Schauspielerin, die in Chaplins "Rampenlicht" mitwirkte und Affären mit Richard Burton, Yul Brynner und Rod Steiger hatte, trifft auf Portnoy-Roth: Welcher Elefant trampelt schneller ins Ziel? Bei Erscheinen von Blooms Memoirenband, nach Ibsens Emanzipationsdrama "Ein Puppenheim" mit "Leaving a Doll's House" (1996) betitelt, frohlockte der Spiegel über einen "literarischen Rosenkrieg"; "alle Welt" warte nun auf Philip Roths Gegenschlag, so die Fachzeitschrift fürs Bettdeckenlüpfen.

Nun, endlich ist er da: "Mein Mann, der Kommunist" ist das 23. Buch von Philip Roth. Ja, es gibt eine Figur, bei der die reale Claire Bloom durchscheint, und nein, vom F-Wort ist kaum je die Rede. Ansonsten ist der Roman brillant.

Philip Roth, der mit "Portnoys Beschwerden" (1969) berühmt wurde und die Masturbation


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige