Kunst fürs Gewissen

Kunst: In seiner nun zu Ende gehenden Tätigkeit als Bundeskunstkurator förderte Wolfgang Zinggl vor allem "Kunst mit gesellschaftspolitischem Anliegen". Was hat es damit auf sich?

Kultur | Thomas Fürhapter | aus FALTER 32/99 vom 11.08.1999

Auch was sich nicht verkaufen lässt, kann interessante Kunst sein. Das bisherige Bundeskuratorenmodell bot die Möglichkeit, nicht marktkonformer Kunst eine Chance zu geben. Wolfgang Zinggl nutzte diese Möglichkeit und richtete seinen Fokus zwei Jahre lang auf Kunst mit und Kunst als sozialpolitische Intervention. Förderungswürdig war ihm beispielsweise ein Projekt gegen Tierversuche für die Kosmetikindustrie: In Rotterdam wurde (freiwilligen) Friseurkunden während des Schneidens ein Video gezeigt, auf dem Tierversuche zu sehen waren, die zur Herstellung von Haarpräparaten dienen. Alexander Popper wiederum lieferte Menschen, die ihre Wohnung nicht mehr verlassen konnten, Videoaufzeichnungen nach Wunsch ins Haus: Eine alte Frau etwa wollte wieder einmal den Naschmarkt sehen, auf dem sie früher oft einkaufen war.

Was haben solche Projekte noch mit traditioneller bildender Kunst zu tun? Welche Argumente lassen sich für und gegen solche Kunst ins Feld führen? Seitdem Kunst nicht mehr


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